Ziele des Forschungskreises Externsteine e.V.

Präambel

Der Forschungskreis Externsteine ist Ausdruck einer Tradition, die schon jetzt Geschichte geschrieben hat. Seit Walther Machalett in den Sechziger Jahren damit begann, Menschen mit einem gemeinsamen Forschungsinteresse an den Externsteinen zusammenzuführen, ist dieser Kreis ein aktives Zentrum ! Diese einmalige, bislang 46-jährige Kontinuität in Horn / Bad Meinberg verpflichtet uns, das Erbe weiterzutragen – und auch weiterzuentwickeln.

1.
Der Forschungskreis muß die in seiner Entwicklungsgeschichte erbrachten Ergebnisse in unserer Rückerinnerung so wahrnehmbar machen, daß ein Erkenntnisfortschritt sichtbar wird.
In der Erarbeitung von Forschungszielen und Forschungsmethoden erreichen wir eine kontinuierliche Forschungsarbeit. Der neue Forschungsansatz muß eine vergleichende Zusammenschau vollziehen hinsichtlich verwandter vorgeschichtlicher Stätten in Mitteleuropa.
Die Bedeutung weiblicher Mysterien für kultische Stätten unserer Vorfahren und ihrer religiösen Systeme bedarf der besonderen Würdigung und Erforschung.
In der Methodologie unseres Forschungsansatzes sind Rationalität und Intuition gleichrangig. Aber: Der Frage nach der Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit seiner Forschungsansätze muß sich bei uns jeder Forschende nachdrücklich stellen - genau wie in der wisenschaftlichen Gemeinschaft.
Laienforschung als etwas zu betrachten, was an wissenschaftlicher Ernsthaftigkeit vorbeigeht, entspricht nicht unserer Einstellung.
Aufgrund unserer wissenschaftskritischen Haltung fördern wir auch neue, revolutionäre Ansätze in der Vorgeschichtsforschung. Diese Ansätze trennen wir jedoch von erwiesenen Fakten, die die Erforschung der Externsteine seit rund hundert Jahren geliefert hat.

Unsere jährliche Tagung zu Himmelfahrt ist ein wichtiger Höhepunkt, der dem Informationsaustausch der Forschenden dient. Aber sie reicht nicht aus, unser gemeinsames Bewußtein als Forschungsgemeinschaft zu festigen. Auch wie bisher sollen während des Jahres Forschungsexkursionen stattfinden, die zugleich ein zusätzliches Angebot an unsere Mitglieder darstellen.

2.
Im Forschungskreis wird in erster Linie geforscht, d.h. wir erstreben wissenschaftlich haltbare Erkentnisse über Orte der Kraft wie die Externsteine. Allerdings erschöpft sich darin nicht unser Tun. Unsere Motive und Handlungsantriebe leben von geistigen Zusammenhängen, die uns Fragen stellen lassen nach Hintergründen jenseits des Sinnlich Wahrnehmbaren aber auch nach dem geistigen Leben der Menschen im alten Europa.
Insofern dürfen wir nicht ausschließen, daß unser Wissensdurst irgendwann auch neue spirituelle Resultate zutage fördert. Die meisten Besucher, die von den Externsteinen fasziniert sind, haben nicht nur eine von rationaler Neugier geprägte Beziehung zu ihnen. Es ist auch immer eine gefühlsmäßige Bindung an eine solche Stätte, die in einer entsprechenden Tiefendimension in eine spirituelle Qualität umschlägt.

3.
Wir werden seitens lokaler Aktivitäten mit der Vision konfrontiert, die Anerkennung der Externsteine als Weltkulturerbe zu betreiben.
Für uns, die wir kein primäres wirtschaftliches Interesse an der Entwicklung der Region haben, stellt sich eine entscheidende Frage: Ist die spirituelle Dimension der Steine durch dieses Projekt gefährdet und kommt die vorgeschichtliche Bedeutung der Steine darin in angemessener Weise zum Tragen ?
Vorteile und Risiken des Weltkulturerbe-Projekts sind in dieser Hinsicht sorgfältig abzuwägen, bevor man sich für seine Verwirklichung einsetzt.

4.
Der Forschungskreis erstrebt eine Zusammenarbeit und Vernetzung mit Organisationen, die ähnlich gelagerte Forschungsinteressen haben. Dadurch verbinden wir uns mit der Region und vermehren unsere Erkenntnismöglichkeiten.

5.
Der Forschungskreis Externsteine e.V. kämpft nachdrücklich gegen den Mißbrauch der Vorgeschichtsforschung durch rechtsextremes Denken. Dabei reflektieren wir auch die Beeinflussung, denen Archäologie und Volkskunde in der NS-Zeit ausgesetzt waren.
Die Externsteine wie auch viele andere heilige Stätten in ganz Europa und überall auf der Welt sind Ausdruck eines weltweiten spirituellen Erbes.
Wir werden die Geschichte der ideologischen Verfälschung der alteuropäischen Überlieferung durch den Rechtsextremismus auf unseren Tagungen aufarbeiten.

6.
Wie wir alle wissen, geraten in unserer Wirtschaftsordnung immer mehr Menschen unverschuldet in materielle Not. Der Forschungskreis entwickelt Modelle, um auch weniger Begüterten Mitgliedschaft und Teilnahme an seinen Veranstaltungen zu ermöglichen.

7.
Für die Zusammenarbeit im Vorstand gilt folgender Grundsatz: Die Arbeit im erfolgt nach dem Kollegialitätsprinzip, das heißt, in offenem Gedankenaustausch auf gleicher Augenhöhe für alle Beteiligten.
So treffen wir wichtige Entscheidungen und erörtern sie schon im Vorfeld. Impulse von Mitgliedern werden hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit im Vorstand diskutiert.


Berlin, 19. Mai 2010
Matthias Wenger
Vorsitzender des Vorstands des Forschungskreises Externsteine e.V.









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Forschungskreis Externsteine e. V.
Postfach 1155
32792 Horn – Bad Meinberg



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